Heikes Bauchbabys

Als wir uns kennen lernten war von Anfang an Klar das wir Kinder wollten.Wir waren im besten Alter: 28 und 29 Jahre. Also warteten wir nicht sehr lang. Und siehe da es klappte auf Anhieb. Es kam uns vor wie das leichteste der Welt Kinder zu bekommen. War das noch schön ,damals. Mit welcher Leichtigkeit wir über unser Kind nachdenken konnten. Wir konnten es nicht für uns behalten und bald wussten es unsere Eltern. Die Freude war riesengroß und schon wurde geplant .Kinder wagen, Spielsachen etc..Leider und wie aus heiterem Himmel ereilte uns beim Ulltraschalltermin die Nachricht; ihr Kind hat aufgehört zu leben. Das Herz schlägt nicht mehr. Wie von außen gesteuert machten wir einen Termin für die nächsten Tage zum Abort. Wir konnten nicht wirklich da rüber sprechen und sahen dem Termin ängstlich entgegen. Im Krankenhaus war ich ein Häufchen Elend in meinen weisen Strümpfen und überall Jod nach der OP. Mein Mann versuchte mich zu beruhigen und sagte das wird schon wieder klappen. Den Teddy den er mir damals schenkte ist noch heute mein Trostspender.Auch er tat mir so leid und wir wussten nicht wie wir miteinander umgehen sollten. Nur eins war klar; unsere Liebe hat sich bestätigt und verstärkt.
So wollten wir auch nicht lange warten mit einem neuen Baby. Wir fassen wieder Mut und nachdem der Arzt sagte wir dürften es wieder wagen taten wir es auch. Nicht lange und ein neuer Sonnenschein schien in unser Leben. Diesmal würde es klappen. Da waren wir ganz sicher.Nur diesmal behielten wir die Schwangerschaft vorerst für uns und genossen diese schöne Zeit .Abgesehen von den Nebenwirkungen mit sauren Gurken-Vorliebe und Fleischtheken-Ekel. Mein Mann tat alles um meine Gelüste zu stillen und ich genoss die Zeit in vollen Zügen. Dann wurde es Zeit für den nächsten Ulltraschalltermin.Ich war alleine dort.
Mir wurde heiß und kalt bei den Bilden, dachte der Apparat sei kaputt. Ich sah irgendwie nichts. Mein Arzt stoppte das Bild und versuchte mir umständlich zu erklären was er da sah. Nämlich nichts. Es gab nur noch kleine verstreute Klümpchen die in der Gebärmutter lagen. Das war es also, unser Kind. Hatte sich so klammheimlich davongemacht. Ohne ein Zeichen. Ich war schockiert. Abends zu Hause musste ich es meinem Mann sagen. Wieder waren wir ohnmächtig. Nicht in der Lage die Situation zu begreifen und zu besprechen. Wieder ein  Termin im Krankenhaus. Wieder eine Op. Unsere Freude war vorerst ausgelöscht. Unsere Leichtigkeit war weg, aber unsere Liebe nicht. Aber sprechen konnten wir nie wirklich da rüber.
Es ging etwas Zeit ins Land und wir überlegten ständig verhüten oder nicht? Wir entschieden un s für nicht. Diesmal ging es nicht so schnell. Aber irgendwann klopfte unser 3. Baby an. Ich wusste sofort was los war. Brauchte kein Test. Ich war mir ganz sicher. Ich bin schwanger . Gut genug kannte ich bereits die typischen Anzeichen. So machte ich voller Freude einen Arzttermin.Dort bestätigte man mir was ich eh schon wusste; wieder schwanger. Diesmal waren wir besonders vorsichtig mit allem.Wir wollten bloß nichts falsch machen und etwas riskieren. Unsere Vorfreude wurde natürlich überschattet von unseren Erlebnissen. Wir getrauten uns fast gar nicht uns wirklich zu freuen. Irgendwie Angst vor der Enttäuschung. Aber diesmal war es anders. Unser Baby entwickelte sich prächtig. Zum ersten Mal sah ich unser Kind im Ultraschall strampeln. Da die Schwangerschaft als Risiko galt wurden auch entsprechend mehr Untersuchungen und Bilder gemacht.Wir hatten Urlaub und meine Schwester war zu Besuch. Wieder war ein Ultraschalltermin. Mein Man  und meine Schwester gingen wie vereinbart im Restaurant neben der Arztpraxis frühstücken. Ich wollte alleine hingehen um anschließend mit beiden das neue schöne erlebte zu besprechen. Auch bei diesem Termin sah ich unser Baby fleißig strampeln. Freute mich bei dem schönen Anblick und war traurig nicht doch meinen Mann mitgenommen zu haben.Doch der Arzt sagte plötzlich da wäre so ein heller Fleck im Bauch des Kindes zu sehen .Ersah es sich sehr genau an und meinte er oder sie hätte wohl gerade viel getrunken das wäre die Blase.Ich soll mir nicht so viel Sorgen machen.Aber man müsste das in zwei Tagen noch mal nachschauen.Naja sagte ich noch, dann kommt es ganz nach dem Vater, der kan auch große Mengen auf einmal trinken.Mit dieser Nachricht ging ich zu dem vereinbarten Frühstück.Stolz zeigte ich die Ultraschallbilder und erklärte den hellenFleck.Mein Mann und ich schauten uns  an.Ich weis nicht was unsere Gedanken waren.War scheinlich: nicht schon wieder. Aber wir überspielten unsere Ängste und verbrachten schöne 2Urlaubstage.Bis zu dem Folgetermin.Natürlich gingen wir beide hin.Der Ultraschall zeigte unser lebhaftes Kind. mein Mann war berührt und ganz still.Der Arzt stellte fest, die Blase wäre noch voller . Das sei nicht normal und wir sollten dringend einen Termin im Krankenhaus in der Fehlbildungsdiagnostikabteilung machen. Dort gäbe es einen besseren Ultraschall und man könnte dann weitersehen.Also doch. Schon wieder stimmt was nicht. Warum?! Wahrscheinlich ist alles nur ein Irrtum und der Tolle Ultraschall dort wird uns das Gegenteil beweisen.Den Termin bekamen wir noch am selben Tag. Dort im Krankenhaus kamen wir in ein Wartezimmer wo wir ganz alleine waren. Irgendwann kam ein Pärchen Heraus die ganz zufrieden aussahen. Das machte Mut.Aber wir zwei hatten Angst. Wir konnten uns wieder nicht viel sagen. Uns nur anschauen und hoffen.Dan war es so weit. Ein sehr netter Arzt rief uns herein.Er las den Befund des Frauenarztes. Dann sollte ich mich untenrum freimache im Nebenzimmer und wieder rein kommen. Mein Mann blieb beim Arzt. Ich kam mir vor wie sterben, panische Angst hatte ich. Als dann die Untersuchung mit dem Dopplerultraschall begann hielte mein Mann meine Hand.Es waren wunderschöne Bilder von unserem Liebling .Traumhaft, das schöne Gesicht. Die zarten Hände. Unser Schatz hat uns doch tatsächlich gewunken. Es war so schön. Diesen Moment sehe ich heute noch so genau vor mir. Wir waren so glücklich.Ich denke wir haben hier nur auf unseren Schatz geschaut und nur wundervolles gesehen. Die Untersuchung wurde beendet. Ich durfte mich wieder anziehen.Dann folgte das Gespräch.Der Arzt war nett und versuchte es uns schonend beizubringen.Doch was ich nur hörte: ihr kind wird nicht lebensfähig sein. Vielleicht überlebte es die Schwangerschaft. Aber wahrscheinlich stirbt es noch während dieser Zeit sowieso.Er meinte wir sollten überlegen was wir machen wollen. Je länger ich aber das Kind weitertrage um so schmerzlicher wird der Abschied.Aber wir sollten nichts überstüzen.Soll ten ruhig noch eine Meinung einholen.Brune -Belly-Syndrom! Wir gingen aus dem Zimmer wortlos in Tränen aufgelöst.Wie soll man sich da gegenseitig trösten?Das geht nicht! Immer noch suchten wir die Lösung. Doch wofür? Wir gingen noch zu einer dritten Arztin.Die bestätigte nur noch und sagte:wenn ich sie wäre, würde ich die Schwangerschaft beenden,ihr Kind ist sehr Krank. Wir dachten an unser Kind. Was das wohl merkt? Was das wohl denkt? Wie groß sind bereits seine Schmerzen? Wir wollten unseren Schatz behalten und dennoch Ihm helfen. Nur wie? Was ist richtig was falsch?Wir machten zwei Tage später einen Termin in der Entbindungsklinik. Unsere Mütter wollten uns begleiten und ich bin heut froh das sie dabei waren.Wir hatten noch einen Tag um uns von unserem Baby zu verabschieden.So viel Tränen sind geflossen. Unsere Mütter haben uns immer wieder aufgebaut obwohl auch die beide mit sich gekämpft haben.Dann war es soweit.Es war ein leeres Gefühl in uns- Unser Kind sollen wir gehen lassen .Wollen wir gehen lassen. Um ihm zu helfen. Oder? Angst. Stumme Schreie.Hier drehte sich die Welt nicht mehr. Kein Zeitgefühl mehr. Nur wir zwei und unser Baby.Das Baby das wir so liebten und dennoch gehen lassen wollten. Da mit es keine Schmerzen mehr haben musste. Die letzen Untersuchungen dort vor Ort ergaben, das das Kind bereits das meiste Fruchtwasser getrunken hatte und die Blase zu platzen drohte. Es bewegte sich nur wenig, denn es schwamm ja kaum noch (zu wenig Fruchtwasser).Ich musste auf einem üblichen Untersuchungsstuhl Platz nehmen. Der Arzt dort der ebenfalls sehr nett war erklärte mir was nun gemacht würde. Ich hatte mir eingebildet das das Kind wie in den voran gegangenen Schwangeschaften unter Vollnarkose entfernt werden würde. Doch nun war ich geschockt. Ich sollte das Kind auf natürlichen weg gebären. Das hatte man mir so nicht gesagt und ich war darauf nicht vorbereitet.Ich bekam ein Zäpfchen auf den Muttermund gesetzt zum weichmachen.Das müsste nun wirken und die Hebamme kommt zum nach schauen. Mehr wusste ich nicht und wurde wieder in mein Zimmer geschickt.Dort warteten mein Mann und die Mütter auf mich. Alle waren sehr lieb und besorgt aber in meinem Kopf war Chaos. Irgendwann musste ich auf Toilette. Ich hatte kein richtiges Gefühl mehr für meinen Körper. Ich dachte ich hätte mein Kind verloren und mit der Spülung weg gespült! Die Hebamme kam und tastet mich ab. Unser Baby war noch da! Später gingen meine Lieben nach Hause. Ich musste ja die Nacht dort bleiben und das schlimmste stand für morgen auf dem Plan.Mein Mann war natürlich auf Abruf.Spät am Abend wurde ich noch mal untersucht. Der Arzt sagte mir: ich muss ihnen leider mitteilen, ihr Kind ist durch die Blutungen inzwischen gestorben.Ich war nicht mehr zu halten.So viel tränen hab ich noch nicht geweint. Man brachte mich auf mein Zimmer wo ich sofort meinen Mann anrief.Ich weis nicht mehr was und wie lang wir gesprochen haben. Offensichtlich wurden mir gute Beruhigungsmittel verabreicht so das ich die Nacht wirklich gut überstanden habe.Am nächsten morgen war mein Mann da.Wir wurden in den Kreißsaal geführt. Ein kleiner aber angenehmer Raum. Eine Hebamme die ganz ok war.Mir wurden Wehenmittel gegeben und dann ging es los. Ich danke meinem Mann, das er dabeigeblieben ist. Er muss wahnsinnig gelitten haben. Aber er war so tapfer und hielt meine Hände.Ich musste mich ziemlich übergeben so schlecht war mir und mein Bauch war heiß und zog. Aber ich durfte nicht pressen...Das ging so eine lange Zeit bis der Arzt gerufen wurde. Der tastete nach dem Kind. Er meinte es wäre jetzt im Geburtskanal. Wollen sie ihr Kind sehen? Wir sahen uns an. Warum auch immer, wir wollten nicht und ließen unsere Fantasie ein Kind-unser Kind- hervorbringen.Der Arzt sagte dann ich soll nun in den OP-Raum nebenan gehen. Vorher bekam ich noch so was wie eine übergroße Damenbinde zwischen die Beine geschoben. Wahrscheinlich,das das Kind nicht auf dem Weg herausfällt! Da rüber wollte ich nie mehr so genau nachdenken.Dann bekam ich die Narkose...
Uns wurde nur gesagt es wäre ein Junge.Sie hätten ihn mit der vollständigen Eihülle raus holen können.Das gab mir ein beruhigendes Gefühl. Unser Kind mit Schutzhülle in diese Welt entlassen .Wenigstens etwas schützendes.Zur Untersuchung wurde unser Baby dann in eine UniKlinik gebracht.
 
 
Heikes Engel!!!
 
 
 
 
 
Heikes Erinnerungsecke!!!
 
 

 

18.04.2008

Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!