Ein Leben danach, hört sich bisschen komisch an. Aber klar, das gibt es, auch, wenns nicht immer leicht ist. Es ist jetzt mehr, als 11 Jahre her, dass mein kleines Engelchen in den Sternenhimmel gezogen ist. Ich habe viel geweint, mich oft gefragt warum. Aber ich habe auch mein Lachen wieder gefunden. Aber immer wieder kommen tiefe Einbrüche, Trauer, Albträume... in denen ich aber mittlerweile 2 x Trost gefunden habe. Meine beiden Söhne Justin (9 Jahre) und Marvin (5 Jahre).

Die Zeit nach dem Verlust meines kleinen Sohnes war schwer und ich verschloß mein Inneres so sehr, dass ich für folgende Schwangerschaften nicht fähig war. 1 1/2 Jahre habe ich jeden Monat aufs neue die Enttäuschung gespürt. Es sollte einfach nicht sein. Ich habe einen ganz tollen Arzt aufgesucht, der mich einer Hormonbehandlung unterzog. Aber selbst die zeigte keine Wirkung. Das Thema künstliche Befruchtung wurde langsam aufgenommen. Der Doc meinte, dass es aber besser wäre, wenn ich mich erst mal innerlich frei mache und ein paar Gespräche führen würde. Denn er meinte, dass ich durch meine Angst in meinem Körper eine Art von Verhütung aufbaue. Ich habe dann auch eine Psychologin aufgesucht. Ich fühlte mich dabei aber nicht so wohl. Hatte einen Termin, der mich aber sehr zum Nachdenken gebracht hat. Und 15 Tage später fuhr ich wieder zum FA und er meinte, dass es wieder mal soweit wäre. Ich war kurz vorm Eisprung. Er sagte mir auch, dass es dieses mal wohl etwas schmerzhaft werden würde, da das Ei ziemlich groß wäre. Und das sollte es dann auch sein. Nach ein paar Tagen bekam ich Blutungen, aber irgendwie komisch. Sie wollten nicht enden, waren aber auch zu schwach, um eine Periode zu sein.Ich bin zu meiner FÄ gegangen.  Sie sind schwanger. Ich war so glücklich, aber gleichzeitig kam auch die Angst wieder zurück.Sie meinte, dass sich beim Eisprung ein Windei gelöst hätte, dass nun ausblutet. Wir müssen warten, wie es weiter geht. Ich konnte es einfach nicht glauben, dass ich es dieses mal schaffe. Ich würde es nicht nochmal ertragen, ein Kind zu verlieren. Doch nach einer Woche kam dann die Entwarnung. Alles bestens. Dem Kind geht es gut. Alles lief super, ausser, dass ich mich ständig übergeben musste, was ich aber gern tat, weil ich wusste, für was. Bis ich dann im 4. Monat zusammen gebrochen bin. Ich musste ins KKH. Anscheinend war es doch zu viel. Durch das ständige Übergeben, hatte ich starke Mangelerscheinungen, da der Kleine mir den Rest an Vitaminen.... was ich bei mir behielt, entzog. Ich wurde gründlich untersucht. Ich hatte wieder solche Angst. Ich weinte. Der Arzt, der mich untersuchte, meinte dann zu mir: Na und?? Ihr erstes Kind haben sie ja auch abgetrieben. Ich war schockiert. Ja, ich habe meinen Sohn abgetrieben, aber nur, weil ich nicht wollte, dass er weiter leidet. Ich habe es getan, weil ich ihn so sehr liebte und ihn nicht quälen wollte. Ich fühlte mich so schuldig. An diesem Abend kam dieser freundliche Mensch dann noch an mein Bett und entschuldigte sich. Er meinte, dass es ihm leid tut. Er wusste nicht, was Prune-Belly-Potter-Sequenz war. Er hätte sich grad in seinen Lehrbüchern ein bisschen schlau gemacht. Ich meinte nur: Ist schon gut. Aber dieses Schuldgefühl und der Schmerz saßen zu tief, um ihn mit ein paar Worten wieder gut zu machen. Nach 4 Tagen Infusionen, durften wir das KKH wieder  verlassen. Alles war in Ordnung.Wir haben dann auch wieder den Spezialisten aufgesucht, der uns in meiner nicht so positiven Schwangerschaft begleitet hat. Er machte ein großes Organscreening. Doch dieses mal, war alles richtig angelegt und ich erwartete wieder einen Sohn. Doch im 6. Monat setzen Wehen ein. Zum Glück waren sie nicht so schlimm, aber von dieser Zeit an, hieß es fast nur noch liegen. Am 10.07.1997 um 4.00 h war es dann soweit. Ich wachte auf, weil ich alle 8 Minuten Wehen hatte. Wir sind ins KKH gefahren, wo ich dann um 13.56 h einen gesunden Jungen zur Welt brachte. Justin wog 2830 gr und war 48 cm groß.

                                     

 

Als Justin dann 3 Jahre alt war, entschieden wir uns, noch ein Kind zu bekommen. Es war wieder das gleiche Spiel. Ich wurde einfach nicht schwanger. Ich habe dann von meiner FÄ Hormontropfen bekommen, aber irgendwann wurde es mir einfach zu blöd und ich habe sie einfach nicht mehr genommen. Wir befanden uns im Umbau und im Moment wäre es eh nicht so gut, wenn ich schwanger wurde. Ich schleifte täglich Ytongsteine in den 3. Stock und wir deckten das Dach fast ab. Ich musste auch jede Menge Dachziegel umhertragen. Natürlich bloß nicht zu viel laufen, also immer schön aufeinander stabeln und lieber mehr auf einmal. Bis ich dann Schmerzen im Unterleib bekam. Ich suchte meine FÄ auf. "Sie sind schwanger!!!" Ich war so glücklich. Das beste daran war, alles war einfach in Ordnung. Keine Probleme. Bis zur 10. Woche. Wir wollten Essen gehen. Ich musste noch kurz auf Toilette. Da kam der Schock. Ich hatte Blutungen. Wir sind sofort ins KKH gefahren. Die Ärzte waren sehr freundlich und verständnisvoll. Den Grund konnten sie nicht feststellen und sie konnten auch nichts tun. Ich musste jedoch dort bleiben und absolute Bettruhe einhalten. Sonst konnten wir nur warten. Doch nach einer Woche durften wir dann wieder nach hause. Der Rest der Schwangerschaft verlief sehr gut. Die üblichen Wehwechen, wie Übelkeit, Übergeben, Rückenschmerzen.... Aber auch dieses mal, ertrug ich es gern. Hauptsache mein Kind hält sich da drin gut fest. Am 11.04.2001 nachts um 2.00 h wars dann soweit. Wir sind wieder ins KKH gefahren. Doch die Ärzte stellten fest, dass das Fruchtwasser vergiftet war, aber die Wehen nicht schnell genug voran gingen. Ich wurde an den Wehentropf gehängt und um 6.22 h war er dann da. Mein kleiner Sonnenschein "Marvin". Er wog 2940 gr und war 48 cm gro�.

 

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